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Kindertagesstätte
"Sieben Raben"

Kreativitätspädagogik

Wir leben in einer Wissensgesellschaft: Soziales und gesellschaftliches Zusammenleben wandelt sich so schnell, dass sich künftige Anforderungen heute kaum erahnen lassen. Unsere Kinder wachsen in ein Leben voller verschiedener Möglichkeiten und Aufgaben hinein, auf deren Details sie nicht vorbereitet werden können. Kinder müssen also Grundkompetenzen für die gelingende Bewältigung und Gestaltung ihres künftigen Lebens erwerben. Kreativität (die Fähigkeit, eigene Ideen zu entwickeln, Lösungsstrategien zu entwerfen) hilft dabei. Deshalb arbeiten die Einrichtungen des Instituts Lernen und Leben e.V. nach dem Prinzip Kreativitätspädagogik.

Was ist in der Praxis darunter zu verstehen?

  • folgt den Interessen des Kindes
  • ist experimentelle Pädagogik, offen für Veränderungen
  • fragt, wie Kinder ihre Welt wahrnehmen und sinnlich-ästhetisch verarbeiten
  • schafft Bedingungen, das schöpferische Potenzial eines Kindes auszuschöpfen

Der pädagogische Ansatz

Es gibt in Deutschland eine Vielzahl  pädagogischer Ansätze (Montessori, Reggio, Situationsansatz u.a.). Es ist möglich, aber aus unserer Sicht nicht unbedingt erforderlich, sich auf eines dieser Konzepte festzulegen, tragen doch viele von ihnen Ideen und Inhalte, die umzusetzen, sinnvoll ist.

In unserer Arbeit werden daher Elemente verschiedener Ansätze aufgegriffen und sinnvoll verbunden. Zu unseren pädagogischen Grundsätzen gehören:

  • Freispiel ist für die Entwicklung von essentieller Bedeutung. Die Umgebung in der Kindertagesstätte wird so gestaltet, dass vielfältige Anreize für das selbständige Tun der Kinder gegeben werden.
  • Zurückhaltung der Erzieher (vor allem im Freispiel), um Problemlösungs­strategien und Selbständigkeit zu fördern und den Kindern Erfolgs­erlebnisse zu verschaffen.
  • Das Lernen hat einen Bezug zum Alltag. Bildungsangebote werden nicht losgelöst vom normalen Umfeld der Kinder gegeben, sondern sinnvoll integriert.
  • Kinder handeln aktiv und selbstbestimmt, haben ein Recht auf von unseren Erwartungen abweichende Bedürfnisse. Wir tragen dem durch eine Fülle offener Angebote Rechnung.
  • Unsere Kindertagesstätte bietet genug Struktur im Tagesablauf und in der räumlichen Anordnung, um den Kindern Sicherheit zu geben. Materialien sind – überwiegend für die Kinder erreichbar – übersichtlich angeordnet. Dabei wollen wir das rechte Maß zwischen Reichhaltigkeit und Überfülle im Spielzeugangebot finden.

Unser Bild vom Kind

Jedes Kind

  • kann von Beginn seiner Existenz an selbstständig mit Freude lernen,
  • ist von Geburt an kreativ, neugierig, phantasievoll, ehrlich,
  • ist „Akteur seiner Selbst",
  • steckt voller Ideen,
  • ist aktiver Forscher, Künstler und Konstrukteur
  • und kann problemlösend denken.

Kinder haben einen Anspruch auf ihre eigenen Bedürfnisse, die von uns respektiert werden müssen. Wir halten einen Dialog mit den Kindern. Es ist unser Ziel, ihnen alle Möglichkeiten ihrer Entwicklung zu zeigen, ihre Neigungen zu unterstützen und ihnen liebevolle, konsequente Anteilnahme anzubieten.


Lernen in der Kindertagesstätte

Frühkindliche Bildung ist seit einigen Jahren ein häufig diskutiertes Schlagwort. Auch wir haben uns Gedanken dazu gemacht. Wir möchten den Wissensdurst und Forscherdrang der uns anvertrauten Kinder in hoher Qualität befriedigen. Dabei wollen wir aber nicht vergessen: Eine Kindertagesstätte ist keine Schule. Wir haben zur Bildung einige wichtige Grundsätze:

  1. Bildung bedeutet Aktivität. 
    Das heißt, dass wir den Kindern nicht Bildung vorsetzen, ihnen etwas vormachen, zeigen, erklären, dozieren ..., sondern die Kinder selbst handeln lassen. Natürlich bekommen sie Anregungen, beantworten wir ihre Fragen, lenken ihr Tun in bestimmte Richtungen, aber – gemäß unserer Vorstellung vom Kind – soll die Erkenntnis des Kindes in der Hauptsache durch dessen eigenes Tun hervorgerufen werden.
  2. Bildung heißt Spiel.
    „Leistung und Lust sind Zwillinge“, heißt es im Film „Lob des Fehlers“. Die Denk- und Merkfähigkeit wird durch positive Emotionen wie Freude, Spaß, Faszination und Begeisterung erhöht. Bei negativen Gefühlen blockiert das Gehirn und ist bei weitem nicht so aufnahmefähig.
  3. Kinder (wie auch Erwachsene) lernen immer.
    An uns ist es, dem Kind Möglichkeiten des Lernens zu eröffnen. Wir müssen dem Kind nur immer wieder Anregungen und Gelegenheiten geben, seinen Forscherfragen nachzugehen, und im übrigen darauf vertrauen, dass es sich alles, was es braucht und gut findet, gerade dann aneignen wird, wenn die Situation gar nicht nach „Lernen“ aussieht.
  4. Bildung geschieht nicht getrennt vom Alltag des Kindes.
    Wir wollen den Kindergarten nicht mit einer Schule verwechseln, und deshalb gehört nicht die reine Wissensvermittlung, sondern ganzheitliches Lernen zu unseren Prinzipien. Damit sprechen wir sinnliche, motorische, emotionale, ästhetische und kognitive Aspekte gleichermaßen an. Wir orientieren uns bei der Bildung am Alltag und bieten Wissen nicht in einzelnen Komponenten, sondern eingebunden in einen Zusammenhang mit ihrem Lebensumfeld an, der die Vermittlung verständlich macht.