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Kindertagesstätte
"Haffring"

Partizipation

Sowohl für das einzelne Kind, als auch für die Zukunft demokratischer Gesellschaften nehmen alltägliche Beteiligungsmöglichkeiten an Bedeutung zu. Das Recht auf Partizipation= Beteiligung der Kinder ist auf internationaler Ebene (UN- Kinderrechtskonvention), auf nationaler Ebene und auf Landesebene formuliert. 

Partizipation bedeutet für uns, die Kinder als Experte  ihres eigenen Lebens ernst zu nehmen und dass sie von Erwachsenen professionell bei verschiedenen Prozessen begleitet werden. Die pädagogische Fachkraft unterstützt, unter Berücksichtigung des Alters und des Entwicklungsstandes, die Kinder bei verschiedenen Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben in der Gemeinschaft betreffen. Dabei wahren wir einen wertschätzenden Umgang. Das bedeutet, die Kinder ,müssen:

  • informiert werden und daher wissen, worum es geht (Prinzip der Information).
  • wissen, wie sie etwas umsetzen können (Prinzip der Transparenz)
  • sich auf die pädagogischen Kräfte verlassen können (Prinzip der Verlässlichkeit)
  • selbst entscheiden dürfen, ob und in welcher Umgang sie von ihrem Recht Gebrauch machen und dürfen somit freiwillig entscheiden, ob sie z.B. am Morgenkreis teilnehmen ( Prinzip der Freiwilligkeit)
  • von den Erwachsenen individuell begleitet und unterstützt werden (Primzip der individuellen Begleitung)

Wir geben allen Kinder in der Kita die Chance sich an Themen aktiv zu beteiligen, die sowohl das einzelne Kinder betreffen, als auch Themen die im Alltag mehrere Kinder betreffen. Des Weiteren besteht im Kindergarten und im Hort die Möglichkeit, dass die Kinder an komplexen Themen mitwirken können.

In unserem Kitaalltag beziehen wir die Kinder in folgende Entscheidungsprozesse ein, z.B:

  • Die Kinder entscheiden selbst, was und wieviel sie vom täglichen Frühstücks-, Mittags-, Vesperangebot essen. Sie füllen sich alleine auf, gießen sich alleine ein und haben den ganzen Tag Zugang zu unterschiedlichen Getränken (Wasser still-medium-classic + wechselnde Teesorten)
  • Die Kindergartenkinder stimmen (demokratisches Mehrheitsprinzip) über das Wahlmittagessen ab (je Gruppe - eine Woche)
  • Die Kinder entscheiden, was, wo und mit wem sie spielen wollen. Sie werden beteiligt, an der Entscheidung, auch mal einen Spielplatz außerhalb des Kitageländes zu besuchen. 
  • Sie können Wünsche äußern, für die Anschaffung neuer Spielsachen oder Werk-, Mal- und Bastelmaterialien
  • Kinder, die keinen festen Mittagsschlaf benötigen, können in die Ruhegruppe von 12:00 Uhr - 13:30 Uhr wechseln. Hier bekommen die Kinder ein Ruheangebot auf einer Liege, in Länge einer halben Stunde (Massage, Geschichten, Hörbücher). Danach stehen sie auf und können sich mit Tischangeboten ruhig beschäftigen.

Partizipation bedeutet für uns auch, die Kinder aktiv in unsere Gestaltungsprozesse einzubeziehen, z.B.:

  • Die Kinder werden in die Gruppenraumgestaltung miteinbezogen. So stehen ihnen kleine Raumteiler (Kisten, Tische, Stühle, kleine Raumelemente - Puppentheater) zur Verfügung die sie selbst verrücken/ umstellen können.
  • Die Ideen und die Kreativität unserer Kinder machen unseren Alltag und unsere Wände in der Kita bunt.
  • Die Kinder werden an der Auswahl der Gruppenbilderbücher miteinbezogen insoweit, dass wir eine eigene "Kinderbibliothek" vorhalten. In diese können die Kinder selbstständig gehen und ein wechselndes Bücherangebot nutzen. Hierbei sorgt ein Ausleihsystem für Ordnung, welches die Kinder selbst einhalten.
  • Die Kinder werden bei der Auswahl der Themen für Projekte mit einbezogen. Impluse für diese kommen fast ausschließlich aus Themen, die die Kinder gerade mit Spannung begeistern. (Bsp. Fund eines großen Käfers, Urlaubsgeschehnisse, Geburt eines Geschwisterchen, Tod des Haustier...usw.)

 

Die pädagogischen Fachkräfte ermöglichen im Kitaalltag stets eine Balance zwischen dem einzelnen Kind und der Gruppe, z.B.:

  • Wir unterstützen die Kinder, sich ihrer Bedürfnisse bewusst zu werden und sich darüber auszutauschen. Dabei machen sie die Erfahrung, dass es viele Ansichten gibt.
  • Morgenkreis - jedes Kind wird gehört, was es zu sagen hat.
  • Freispiel - jedes Kind darf sich seine Spielpartner selbst aussuchen.
  • Die Kinder erlernen (je älter sie werden) Absprachen zu treffen und sich zu einigen, ohne gleich den Erzieher zu Rate zu ziehen.

Auch die Familien der Kinder werden aktiv zur Mitarbeit und Gestaltung eingeladen, z.B.:

  • Eltern können sich in den Elternrat wählen lassen
  • Im Kita - Jahr gibt es im September eine zentrale Elternversammlung, danach gruppenbezogene Elternversammlungen, je nach Bedarf
  • Jährliche Elterngespräche informieren über die Entwicklung des eigenen Kindes
  • Familien werden bei der Projektarbeit zur Mitarbeit gebeten (mitbringen von Zeitungen, Büchern, Gegenstände, eigene Erfahrungen wiedergeben in der Gruppe)
  • Es gibt im Jahr verschiedene Eltern + Oma/ Opa - Nachmittage zu verschiedenen Anlässen
  • Unser großes Mottofest im November wird Hand in Hand mit allen vorbereitet und das ganze Wohnumfeld kann daran teilnehmen