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Kindertagesstätte
"Bunte Stifte"

Wir lernen Englisch!

Der frühe Kontakt zu einer zweiten Sprache fördert nicht nur die sprachlich-geistige Entwicklung eines Kindes, sondern hilft der sozialen und kulturellen Integration in unserer sich ständig verändernden Gesellschaft. Der Zeitraum zwischen dem 3.-8. Lebensjahr ist für den Zweitspracherwerb besonders geeignet, da das Lautsystem der Kinder noch nicht gefestigt ist. Somit können „fremde“ Laute leichter aufgenommen werden. Durch das intuitive Verallgemeinern und Abgleichen mit bekannten Regeln aus der Muttersprache, stellen sie Vermutungen über das Gesagte an. Die persönliche Neugierde unterstützt diesen Prozess.

„Auf die Plätze, fertig, GO!“ – Erfahrungsbericht mit der bilingualen Arbeitsweise

Am 01.10.15 eröffnete die Kindertagesstätte „Bunte Stifte“. Für mich als bilinguale Erzieherin eine große Herausforderung. Von nun an sollten die „kleinen Stifte“ unter meiner Leitung Englisch lernen. Ich selbst war sehr neugierig, wie die Kinder auf eine englisch sprechende Erzieherin reagieren. Und auch den Kindern konnte man die Aufregung ansehen. Dann ging es los. Da ich selbst als Erzieherin neu für die Kinder war, wurde mir die Frage nach meinem Namen an diesem Morgen am häufigsten gestellt. „My name is Kate. What is your name?“ Es folgten unbezahlbare Reaktionen. Oft wurde ich mit großen Augen angeblickt, das Fragezeichen über dem Kopf deutlich sichtbar. Einige Kinder erschraken regelrecht und drehten sich wortlos um. „HÄ? Du sprichst ja komisch!“

Nichts desto trotz wurde die Neugierde größer. Schnell hatte ich eine Gruppe von Kindern um mich, deren Fragenkatalog ich ausgesetzt war. Wo komme ich her, warum bin ich hier, wieso rede ich so anders, woher kann ich das? Zeit für ein paar Erklärungen. Im Morgenkreis meiner Stammgruppe stellte ich mich also erneut vor: „My name is Kate and I speak English.“ Aber ich hatte noch ein Ass im Ärmel. Zur Unterstützung habe ich immer meinen Freund Jack dabei. Eine Fuchsmarionette, die mit den Kindern und mir Deutsch redet und bei Übersetzungen hilft. Die Kinder haben ihn sofort ins Herz geschlossen. Dann ging es mit dem Alltag los. Meine Tätigkeiten beschrieb ich in einfachem Englisch. Viele Wörter sind dem deutschen Stamm ähnlich, somit erkannten die Kinder schnell einen Zusammenhang. Arbeitsaufträge und Gespräche mit Kindern wurden stark von Gestik begleitet, viele Dinge erwähnte ich mehrfach (wie ein Ritual) oder begleitete die Kinder um es ihnen zu zeigen. „Wir müssen Kate mal Deutsch beibringen – Sag mal Hallo“.

Die neue Sprache wurde oft hinterfragt. Aller Anfang ist schwer… Die Mühe macht sich nun bezahlt! Jeden Tag werde ich von den „Kleinen Stiften“ mit „Good Morning“ begrüßt. Immer wieder entdecke ich in Spielsituationen, dass Karten in englischer Sprache gezählt werden oder ein Kind dem Anderen einen Gegenstand mit „No“ verweigert. Bei Tisch verwenden sie das „sit down“, um die Wette laufen wird mit „ready, steady,go“ eingeleitet. Nach knapp 5 Monaten ist das Verständnis für die englische Sprache schon gut entwickelt. Die Kinder sind aufgeschlossen und fragen nach vielen Vokabeln. Das Interesse wächst von Tag zu Tag und ich bin schon auf die weiteren Monate gespannt. -Kate-