„Lotsenkinder“ gehen auf Entdeckungsreise

Mit den symbolischen Schlüsseln, die Kitaleiterin Dora Fischmann (m. r.) und Hortleiterin Silke Teschke von Steffen Bockhahn und KOE-Chefin Sigrid Hecht (r.) überreicht bekommen haben, ist der Umzug besiegelt. (credit: KOE)

„Lotsenkinder“ gehen auf Entdeckungsreise
Von Presse
Normalerweise bedeutet Kistenpacken auch Abschied zu nehmen. Doch bei diesem Abschied überwiegt die Vorfreude: Seit Monaten fiebern die Kinder des Hortes „Rudolf Tarnow“ diesem einen Moment entgegen. Ein Moment, der Umzug heißt – ein Umzug in ein eigenes Hortgebäude.

Bisher befand sich der Hort in der Grundschule „Rudolf Tarnow“. Nach dem Unterricht wurden die Klassenräume für den Hortbetrieb genutzt. Mit steigenden Schülerzahlen erschöpften sich die räumlichen Kapazitäten. Das Bedürfnis eine alternative Lösung für die Nachmittagsbetreuung der Kinder zu finden, wurde stärker. Diese Doppelnutzung hat nun ein Ende: In enger Abstimmung mit dem Amt für Jugend, Soziales und Asyl sowie dem Institut Lernen und Leben e.V. (ILL) als Hortbetreiber hat der „Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock“ (KOE) ein Sanierungskonzept für das zuletzt leerstehende Kitagebäude in der Putbuser Straße 10 erarbeitet. „Hierbei konnten wir uns an Vorgängerprojekten orientieren. Sanierte Kindertagestätten wie die Kitas ,Steppkeland‘, ,Seestern‘ oder auch das ,Toitenwinkler Zwergenhaus‘ wurden nach demselben Plattenbausystem errichtet: als dreigeschossige Gebäude, die über einen Mittelteil miteinander verbunden sind“, sagt KOE-Chefin Sigrid Hecht.

Das Gebäude in der Putbuser Straße stammt aus den 70er-Jahren, wurde ursprünglich als Kindergarten und Krippe genutzt und schließlich bis 2013 durch integrative Wohngruppen. Im Zuge der Sanierung wurden die bestehenden bautechnischen Mängel unter Berücksichtigung aktuell geltender Brandschutzauflagen beseitigt. Um perspektivisch Heiz- und Betriebskosten zu sparen, wurde die Gebäudehülle energetisch optimiert. Zusätzlich wurden die haustechnischen Anlagen erneuert, Maßnahmen zur Verbesserung der Akustik umgesetzt und das gesamte Gebäude barrierefrei erschlossen. Kostenpunkt: rund 3,6 Millionen. Die Finanzierung erfolgte über Kredite und Eigenmittel des KOE.

Mit dem Ortswechsel verabschiedet sich der Hort nicht nur von seiner alten Umgebung, sondern auch von seinem ursprünglichen Namen. Weil die Schülerinnen und Schüler auf ein neues Abenteuer zusteuern, wird die neue Einrichtung „Lotsenkinder“ heißen. Zudem bietet das Haus neben der 240 Hortkinder auch Platz für 18 Krippen- und 48 Kitakinder. Um das Gebäude für die neue Nutzung herzurichten, mussten im Zuge der Sanierung Raumstrukturen verändert werden. In den oberen zwei Etagen verteilen sich gemäß des ILL-Konzeptes der Kreativitätspädagogik verschiedene Themenräume, die alleine oder gemeinsam von Kindertagesstätte und Hort genutzt werden können. Hierzu zählen unter anderem ein Atelier, ein Töpferraum, der Musik- und Theaterraum sowie ein Kinderrestaurant.

Bereits seit 1994 ist das ILL Träger des Hortes. „So lange schon bereichern wir die Freizeit der Kinder mit vielseitigen Angeboten. Der Pädagogische Schwerpunkt unserer Hortarbeit liegt in der Stärkung der Sozialkompetenz der Heranwachsenden, indem wir ihre zunehmende Selbständigkeit fördern. Das gelang uns auch ganz gut in den alten Räumen, doch jetzt, mit dem Neubau, finden unsere pädagogischen Mitarbeiter endlich optimale Rahmenbedingungen für ihre Arbeit. Und auch die Kinder werden sich hier ganz bestimmt entfalten können“, freut sich ILL-Geschäftsführer Sergio Achilles.

Die Verbesserung der Betreuungssituation in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock liegt auch Steffen Bockhahn, Senator für Jugend, Soziales, Gesundheit, Schule und Sport, am Herzen: „Kinder lernen fürs Leben, wenn sie sich mit sich selbst, mit der Natur und mit anderen Menschen auseinandersetzen – egal ob in der Krippe, der Kita oder im Hort. In den vergangen zehn Jahren wurden mehr als 45 Millionen Euro in den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen investiert. Mit unserem Sanierungsprogramm sind wir noch nicht ganz am Ende. Doch der Ansporn ist groß, die ausstehenden Projekte in naher Zukunft zügig umzusetzen“, sagt er.

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